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[9.04.07] Über den Begrif “Sammellager”

Ein paar Texte zur Begrifflichlichkeit “Sammellager” für Flüchtlinge

1. Aus Schreiben des Landkreisverbandes Bayern, Ende der 70er Jahre

Die unerwünschte Integration in die deutschen lebensverhältnisse ist durch bewuß karge , lagermäßige Unterbringung zu verhindern

2. Bayer. Flüchtlingsrat, aus Broschüre “Möchten Sie hier leben” , 1996:

Sammellager sind mit einer humanen Flüchtlingspolitik grundsätzlich unvereinbar . Voraussetzung für eine menschenwürdige Unterbringung von Flüchtlingen ist deshlab die Überwindung des Sammelleagerkonzeptes

3.BI Asyl in ihrer Broschüre 10 Jahre BI Asyl, Sept. 1996: 

Abschaffung der der Unterbringung in Sammellagern und der “Realverpflegung” – Eine
der ältesten Forderung

4. Dr. Stephan Dünwald , BFR, Kurzankündigung für seinen Vortrag 22.6.06 in Rgbg:Lagerland Deutschland – Vortrag Regensburg
Kurztext: Lager in Deutschland – Tradition des gesellschaftlichen Ausschlusses

Flüchtlingslager gibt es offiziell nicht in Deutschland. Die euphemistische Umschreibung der Behörden ist Gemeinschaftsunterkunft. Trotzdem macht es Sinn, auch die Sammelunterbringung von Flüchtlingen als Lager zu bezeichnen. Flüchtlingslager können mit den Lagern der Nazizeit nicht verglichen werden. Gleichwohl gibt es Mechanismen des Ausschlusses, der Herrschaft und der Repression auch in Flüchtlingslagern. Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt, dass sich diese Mechanismen nicht etwa einem menschlicheren Umgang weichen, sondern durch die Innenbehörden der Bundesländer schrittweise verschärft worden sind. An der Geschichte der Lager in der Bundesrepublik wird gezeigt, dass diese Entwicklung Indikator einer zunehmenden Entwertung des Asyls in Deutschland darstellt. In dem Maße, wie Flüchtlingen kein Glaube mehr geschenkt wird, werden diese durch komplexe Formen der Ausgrenzung auf Ausreise getrimmt. Das Lager nimmt hierbei eine zentrale Rolle ein.

5. BI Asyl-Ankündigungsflugblatt zur VA 22.6.06 ; (auszugsweise) … Wir laden ein zur Informations – und Diskussionsveranstaltung Deutschland Lagerland – Rassismus hat viele Gesichter Donnerstag, 22. Juni 06 um 19.30 Uhr
Evang. Bildungswerk, Am Ölberg 2, Martinsklause (Untergeschoß)

Flüchtlinge dürfen sich keine Wohnung mieten, sie werden zwangsweise in Sammellagern mit meist vielen Personen in einem Zimmer und katastrophalen sanitären Einrichtungen untergerbracht und dort mit Essenspaketen versorgt. Arbeiten wird ihnen verwehrt und sie dürfen den ihnen zugewiesenen Landkreis nicht verlassen. Sie bekommen nur eingeschränk-ten Krankenschutz und im Monat ein Taschengeld von 40 €. Damit müssen sie u.a. Rechtsanwaltskosten und alle per-sönlichen Bedürfnisse bezahlen. Viele von ihnen bekommen inzwischen nicht einmal mehr diese 40 Euro, sie erhalten überhaupt kein Bargeld. Das ursprüngliche Ziel all dieser Maßnahmen war die Abschreckung von Flüchtlingen und dient nun ihrer Ausgrenzung, Entrechtung und Diskriminierung. Flüchtlinge, die meist jahrelang unter diesen Bedingungen leben müssen, werden dadurch auch körperlich und psychisch krank gemacht… Dies ist eine Form von staatlichem Rassimus und wird durch Ministerien, Behörden und Ämter betrieben und verwaltet!

Darüber berichten und diskutieren nach einem kurzen Film über ein Regensburger Sammellager und einer Einleitung durch eine/n Vertreter/in der Bürgerinitiative Asyl auf dem Podium:

ein oder zwei Flüchtlinge über ihre Lagerunterbringung und die Essensversorgung
Stephan Dünwald (München), Journalist, Geschäftsstelle Bayerischer Flüchtlingsrat (BFR) zum Thema ” Flüchtlingslager – Kontinuität der deutschen Lagergeschichte”

“An der Geschichte der Lager in der BRD wird gezeigt, dass diese Entwicklung Indikator einer zunehmenden Entwertung des Asyls in Deutschland darstellt. In dem Maße, wie Flüchtlingen kein Glaube mehr geschenkt wird, werden diese durch komplexe Formen der Ausgrenzung auf Ausreise ge-trimmt. Das Lager nimmt hierbei eine zentrale Rolle ein…” (St Dünwald, der sich auch im Rahmen seiner Doktorarbeit seit Jahren intensiv mit dem Thema beschäftigt)

6. . Aufruf von 16 Regensburger Gruppen zum Tag des Flüchtlings 7.10.06 (Auszug) :

RASSISMUS HAT VIELE GESICHTER
z.B. Sammellager, Realverpflegung, Residenzpflicht

WIR PROTESTIEREN gegen diese Form von staatlichem Rassismus durch Ministerien, Behörden und Ämter
WIR FORDERN eine menschenwürdige und solidarische Behandlung von Flüchtlingen, insbesondere:
· die Schließung von Sammellagern!
· Bargeld statt Realverpflegung!

7. aus PM BI Asyl vom 21.11.06 anläßlich der Ortsbegehung Alte Straubingerstraße

Schließung von Sammellagern
Bargeld statt Realverpflegung

Zusammenstellung: Gotthold Streitberger für BI Asyl, im April 2007 

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