Home » gegen Sammellager » [10.08.10] Regierung der Oberpfalz lehnt Flüchtlings-Nachbarschaftsfest ab! Ausweichfestplatz wurde gefunden!

[10.08.10] Regierung der Oberpfalz lehnt Flüchtlings-Nachbarschaftsfest ab! Ausweichfestplatz wurde gefunden!

Pressemitteilung mit der Bitte um Veröffentlichung

Regierung der Oberpfalz lehnt Antrag für ein Flüchtlings-Nachbarschaftsfest auf dem Gelände des Regensburger Flüchtlingslagers in der Plattlingerstraße ab!

Unter dem Motto der Interkulturellen Woche „Zusammenhalten – Zukunft gewinnen“ wird am 18. September 2010 ein Interkulturelles Flüchtlings-Nachbarschaftsfest im Stadtteil Hohes Kreuz stattfinden. Veranstaltet und derzeit vorbereitet wird das Fest von den Sozialen Initiativen e. V. mit Flüchtlingen und verschiedenen Gruppen (Arbeitskreis für ausländische Arbeitnehmer e.V., BürgerInnen-Initiative Asyl, Fvfu-uüUF e. V., Internationaler Kultur-und Solidaritätsverein e.V., SJD-Die Falken) und mit Unterstützung weiterer Gruppen. 

Das Fest soll dem gegenseitigen Kennenlernen von AsylbewerberInnen und RegensburgerInnen dienen und auch auf die schwierigen Lebensbedingungen von Flüchtlingen aufmerksam machen. Bestandteil des Festes wird das gemeinsame Zubereiten von Essen am Vortag sein, um dann alle Gäste gut bewirten zu können. Während des Festes sind sowohl ein Kinderprogramm als auch Livemusik und künstlerische Aktionen für Erwachsene vorgesehen.

Im Vorfeld der Planung gab es jedoch Probleme mit der Genehmigung des Festes. Der optimale Festplatz, die Grünfläche auf dem Gelände des Flüchtlingslagers, wurde von der Regierung der Oberpfalz abgelehnt, weil das Fest auch im Kontext der bayern-/bundesweiten Kampagne gegen Flüchtlingslager, Residenzpflicht, Essenspakete, Arbeitsverbot und Asylbewerberleistungsgesetz steht. Damit, so die Regierung der Oberpfalz, liege das Fest „eindeutig nicht im Interesse des Freistaates Bayern“.

Außer Acht gelassen wurde, dass das Fest Bestandteil der bundesweiten Interkulturellen Woche ist. Die Interkulturelle Woche wird alljährlich von Kirchen, Kommunen, Gewerkschaften, Verbänden und zivilgesellschaftlichen Organisationen durchgeführt, um den Interkulturellen Dialog voranzubringen. Die Lagerland-Kampagne setzt sich insbesondere für das Recht von Flüchtlingen auf freie Wohnungswahl, für das Recht auf Arbeit, für Reisefreiheit und für das Recht auf selbstbestimmten Lebensmitteleinkauf ein – also für existentielle Menschenrechte. Dafür haben sich auch stets Kirchen, Wohlfahrtsverbände und Menschenrechts- und Flüchtlingsorganisationen eingesetzt. Sie haben sich ebenso von Anfang an gegen die Einführung des Asylbewerberleistungsgesetzes und seine Auswirkungen gewandt und fordern seitdem die Abschaffung dieser krankmachenden, ausgrenzenden und diskriminierenden Bestimmungen.

Die vorbereitenden Gruppen bedauern die Platzverweigerung der Regierung. Wieder einmal werde deutlich, dass sich die Regierung gegen die Integration von AsylbewerberInnen wehrt. Das Markenzeichen unserer Demokratie, die Meinungsfreiheit, wird durch die Entscheidung der Regierung der Oberpfalz von vielen in Frage gestellt. Nichtsdestotrotz wird das Fest stattfinden. Mit Hilfe der Stadt wurde als Ausweichstandort die städtische Grünfläche Ecke Plattlingerstraße/Deggendorferstraße Nr. 16-24 nahe des Flüchtlingslagers gefunden.

Wir freuen uns auf Alle, die das Fest besuchen wollen!

Für Rückfragen können Sie sich gerne wenden an:

aaa: Stephanie Schwarz Tel 0176/23133167 email: Stephani.eSchwarz@gmx.de

BI Asyl Gotthold Streitberger Tel 0941/86214 email: gotthold.streitberger@gmx.de
(12.-22.8. Georg Brey Tel 01733/770940 ab 17 Uhr; email : georg.brey@gmx.de)

SI Reinhard Kellner Tel 0176-63383206 email: info@soziale-initiativen.de

SJD/Falken Lena Flor Tel 0162/5100535 email : lena.flor@yahoo.de

Mit freundlichen Grüßen
i.A. Gotthold Streitberger,10.08. 2010