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[06.09.08] Infos gegen Abschiebung eines irak. Kurden aus Regensburg nach Griechenland

Regensburger email Rundbrief der BI Asyl

angesichts/gegen Drohende Abschiebung eines kurdischen Flüchtlings aus dem Irak aus Regensburg nach Griechenland

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, Freunde und Freundinnen,

Das Regensburger Flüchtlingsforum (RFF) arlamiert dankenswerterweise die Öffentlichkeit angesichts der drohenden Abschiebung eines jungen irakischen Kurden aus Regensburg nach Griechenland. Hoffentlich kann dies noch verhindert werden! 

Die MZ berichtet heute (6.9.). Im gestrigen Bericht von Regensburg-Digital www.regensburg-digital.de hat Stephan Aigner auf die aktuellen Pro Asyl Recherchen verwiesen. Darauf weist auch die junge welt im heutigen Artikel hin, durch den die Angelegenheit zurecht bundesweites Aufsehen hin . Diesen Artikel leiten wir Euch/Ihnen unten weiter. Die Pro Asyl Informationen über Griechenland siehe www.proasyl.de bzwwww.proasyl.de/fileadmin/proasyl/fm_redakteure/Asyl_in_Europa/Griechenland/Neue_Recherchen_Griechenland_Endversion.pdf

Ergänzend dazu weisen wir noch hin auf die Informationen einer Veranstaltung von “Jugendliche Ohne Grenzen Bayern” mit Unterstützung von “Karawane München” und “Bayerischer Flüchtlingsrat” vom letzten Samstag (30.9.08) in München

“Flüchtlinge in Griechenland: Vortrag und Fotoreportage mit Patrick Bauer (Neon-Redakteur) und der unglaublichen Geschichte von Ziyad Elia Rifaat”

Patrick Bauer http://www.neon.de/user/id/39814/, Redakteur des Neon-Magazins http://www.neon.de besuchte zusammen mit dem Fotografen Julian Baumann Flüchtlinge in Griechenland. Er traf dort auf verzweifelte, bewunderswerte und starke Menschen deren Rechte mit Füßen getreten werden sowie auf Menschen die dieses Unrecht nicht hinnehmen. Auch in München ist die griechische Flüchtlingstragödie präsent. So auch für die Angehörigen von Ziyad Elia Rifaat http://www.fluechtlingsrat-bayern.de/Elia.html. München ließ den jungen Christen aus dem Irak nach Griechenland abschieben. Heute lebt er in Athen auf einer Verkehrsinsel: Obdachlos, rechtlos und von der Abschiebung bedroht . Die Jugendlichen Ohne Grenzen – Bayern http://bayern.jogspace.net> setzen sich zusammen mit Freunden der Familie und seinem Bruder Petrus, der mit ihm nach München kam, für seine Rückkehr ein und sammeln Spenden um ihn schon jetzt zu unterstützen. Gleichzeitig fordern wir ein Ende der Griechenland-Abschiebungen aus Deutschland. Veranstalter: Jugendliche Ohne Grenzen – Bayernhttp://www.fluechtlingsrat-bayern.de/ju … yern.html. Unterstützt von Karawane München <http://www.carava.net> und Bayerischem Flüchtlingsrat http://www.fluechtlingsrat-bayern.de/wir-ueber-uns.html

Freundliche Grüße, Gotthold Streitberger (für BI Asyl Regensburg, www.biasyl,de) , 06.09.2008

nachfolgend der jw Artikel von heute 6.9.

Die Angst frißt ihn auf”

Erneut irakischer Flüchtling von Abschiebung nach Griechenland bedroht

Von Nick Brauns

Wieder droht einem irakischen Flüchtling die Abschiebung nach Griechenland. K. gehört der religiösen Minderheit der Yeziden an, die von islamistischen Gruppen brutal verfolgt werden. Bei Bombenanschlägen wurden vergangenes Jahr mehr als 700 Yeziden im Irak ermordet. Nachdem sein Vater und Bruder im Dorf Babir bei Mosul auf offener Straße erschossen wurden, floh K. aus dem Irak nach Griechenland und stellte dort Anfang Februar diesen Jahres einen Asylantrag.
Doch statt ihm rechtliches Gehör zu verschaffen, inhaftierte man ihn für drei Monate. Im Gefängnis bekam er kaum zu essen und trinken, es gab keine Waschgelegenheit. Außerdem wurde er von der griechischen Polizei so mißhandelt, dass er bis heute unter starken Schmerzen leidet. Bei der Haftentlassung wurde ihm mitgeteilt, er müsse Griechenland sofort verlassen. K. floh weiter nach Deutschland und stellte einen weiteren Asylantrag. Doch das Bundesamt für Migration hat Griechenland um Übernahme des Verfahrens gebeten, da nach dem Dublin-II-Abkommen innerhalb der EU das Land dafür zuständig ist, in dem ein Flüchtling zuerst europäischen Boden betreten hat.
Bisher haben die griechischen Behörden auf den deutschen Antrag im Fall K. nicht geantwortet. Doch nach Ablauf einer bestimmten Frist gilt Schweigen als Zustimmung. Diese Frist läuft kommende Woche ab. “ Sollte K. nach Griechenland abgeschoben werden, droht ihm eine weitere Inhaftierung, die Abschiebung in den Irak und dort wahrscheinlich der sichere Tod”, warnt Marion Puhle vom Regensburger Flüchtlingsforum. Sein Zustand sei sehr schlecht, er nehme kaum noch Nahrung zu sich. “Die Angst frißt ihn auf”, sagt Marion Puhle.

Die Geschichte von K. ist kein Einzelfall. Die deutsche Hilfsorganisation Pro Asyl berichtet, dass irakische Flüchtlinge durch die griechische Küstenwache schwer mißhandelt wurden, und dass auch Minderjährige inhaftiert wurden. Der Europäische Gerichtshof hat bereits am 19. April 2007 Griechenland verurteilt, weil es das EU – Recht in diesem Bereich nicht umgesetzt hat. Der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR) hat deshalb in einem bisher beispiellosen Schritt die EU – Mitgliedstaaten aufgefordert, Abschiebungen nach Griechenland bis auf weiteres auszusetzen.

Junge Welt 06.09.2008

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